
Schauspieler, Drehbuch, Inszenierung, es gibt keine Disziplin, in der «Elling» den Zuschauer nicht verzaubert. Ruhig, mit einem wunderbaren Sinn für die Stolpersteine, die sich die Figuren durch ihre verschiedenen Komplexe in den Weg legen, gelingt Naess das Kunststück aus einer oft erzählten Story, den menschlichen Kern herauszuschälen und ihn neu zu verpacken. Ein Drahtseilakt, der in Hollywoods Industrie des öfteren angestrebt wird, aber grösstenteils fehlschlägt. Drehbuchmängel und schauspielerisches Unvermögen (als Konsequenz des Ersteren) zeichnen oft dafür verantwortlich, hinzu kommt, dass der Faktor Mitleid oder selbstgefällige Kitsch-Schlüsse als Eingeständnisse an das «Massenpublikum» eingefügt werden. Lauter Elemente die «Elling» nicht besitzt. Anstelle der unzähligen Fallen, an denen solche Geschichten zerbrechen können, verschafft uns dieses Kleinod aus Norwegen ein Kinoerlebnis, das neben seiner ganzen Sympathie auch intelligent ist, und den Zuschauer für voll nimmt. Geradlinig erzählt, ohne Schnörkel und dennoch darauf bedacht, das Niveau auf angemessener Höhe zu halten, wurden die Macher zu Recht mit einer «Oscar»-Nomination belohnt und auf Filmfestivals mehrfach ausgezeichnet. (Filmkritik von cineman.de)
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